Nachdem ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe, jetzt mal wieder news von der anderen Seite der Welt...
Die Midterms sind alle vorbei, und daher haben wir uns eine Woche Urlaub gegönnt... Daher sind wir Donnerstags bereits in aller früh mit dem Bus nach Busan zum Flughafen gefahren um von dort aus unsere 6-tägige Japan-Reise anzutreten.

Nach knappen 2 h setzte unsere Maschine auf Japanischem Boden auf und wir waren in Tokyo - Narrita Airport angekommen. Um nun noch in die Stadt und zu unserem Hostel zu gelangen, mussten wir lediglich die komplizierte U-Bahn verstehen und den richtigen zug nehmen... Da die Japaner jedoch wirklich zu den freundlichsten Menschen gehören, helfen sie dir schon, wenn du nur irgendwie verwirrt drein schaust...
So sind wir also durch mehrmaliges Fragen (auch wenn die oft kein Englisch können) endlich im richtigen Zug der uns in 1 1/2 stunden in die Innenstadt zu unserem Hostel bringt. Dieses ist gleich im ältesten Viertel Japans gelegen - im Asakusa. Hier befindet sich auch gleich der älteste Tempel Tokyos, den wir am frühen Abend besichtigt haben.

Nach diesem kulturellem Erlebnis sind wir in die Innenstadt zur berühmten Shibujia - Kreuzung gefahren. Hier überqueren jede ca. Minute mehrere Hundert Menschen die Straße in allen erdenklichen Richtungen... Den besten Blick hat man hier vom zweiten Stock im Starbucks Caffe, das gleich an der Kreuzung liegt. Nach einer kleinen Besichtigung der Läden hier ging es dann auch schon weiter zum Tokyo-Tower um diesen zu besichtigen und ggf. raufzufahren. Da wir jedoch 5min zu spät dran waren um an den höchsten Punkt zu fahren, gingen wir (mehr oder weniger traurig, aber mit 15 Euro mehr in der Tasche) richtung Ropongi-Hills.

Dieses Viertel, auf einem Hügel gelegen, ist als "Ausgeh-Viertel" bekannt und besitzt neben einigen (ziemlich teuren) Lokalen auch recht hohe Gebäude, auf die man (für weniger als 15 Euro) hinauffahren kann. Dort konnten wir Tokyo von oben bestaunen und schöne Bilder machen, auf denen sogar der Tokyo Tower zu sehen ist. Dieser ist übrigens nur Nachts so schön - am Tag ist er in grässlichem Rot-Weis gehalten. Da die letzte U-Bahn schon um Mitternacht fährt haben wir uns beeilt um rechtzeitig wieder zurück zum Hostel zu kommen und den Tag ausklingen zu lassen.
Am zweiten Tag ging es ins Geschäftszentrum von Tokyo wo auch der imperial palace steht.
Obwohl dieser nicht zugänglich ist, ist die Gegend rund um den Palast wunderschön anzusehen.
Weiter ging es zur Akihabara - dem Elektronik-Viertel von Japan. Hier werden auf kleinen, sowie großen Straßen alle möglichen Elektronik Geräte von A bis Z, von nagelneu (und noch nicht auf dem markt) bis gebraucht und kaputt angepriesen und verkauft. Auch Sex-Shops und Manga Läden lassen sich in diesem Viertel finden. Wer jedoch denkt das Zeug (also das Elektronik-Zeugs) ist in Japan so billig, der hat sich ordentlich getäuscht... Zum Teil ist es sogar noch teurer als in Europa.
Nachdem dies beinahe den ganzen Nachmittag gekostet hat, sind wir danach mit einem speziellen Zug auf die andere Seite Tokyos gefahren um uns die Skyline und den Sonnenuntergang anzusehen.
Neben der Rainbow-Bridge, dem Tokyo-Tower und Teilen des Hafens war auch eine Abbildung der Freiheitsstatue zu sehen. Nach Einbruch der Dunkelheit waren diese auch wirklich schön beleuchet und gaben erstklassige Foto-Motive ab.
Die Motivation, an diesem Abend Party in Shibujia und dessen Umgebung zu machen wurde leider gebrochen, da dort gegen Mitternacht alles zugemacht hat und wir wieder mit der letzten Bahn zum Hostel fahren mussten.
Der vierte Tag in Tokyo war wirklich extrem. Bereits in der Früh hat es leicht geregnet, und dieser Regen hat sich zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt. Zu Mittag / früher Nachmittag sind einem die Regentropfen beinahe horizontal entgegen gekommen.
Daher wurde dieser Tag genutzt um zu Mittag Fugu zu probieren. Diese höllisch (teure) Speise gehört natürlich unbedingt auf den Plan, wenn man in Japan ist. Einem Restaurant im Asakusa Virtel habe ich dann auch mein Leben anvertraut und diese Delikatesse zu mir genommen. Von Fugu-Haut, über Sashimi (den rohen dünnen Scheiben) bis zu gekochtem Fugu hat es hier alles gegeben. Diese Erfahrung war grandios und sollte ich einmal im Geld schwimmen, wird es dieses Gericht sicherlich öfter auf meinen Speiseplan schaffen...
Der restliche verregnete Tag wurde dann mit Shopping verbracht, um dem Regen und Wind zu entgehen. Am Abend ging es noch in ein öffentliches Badehaus und gegen 11pm dann mit dem Nachtbus nach Kyoto.

Nach einer ziemlich kurzen und unangenehmen nacht im Bus sind wir gegen halb 7 in der Früh in Kyoto angekommen. Kyoto - ehemalige Hauptstadt Tokyos und kulturelle Hochburg von Japan. Diese doch ziemlich überschaubare Stadt bildet den absoluten Gegenpol zu Tokyo.
Nach einer kurzen Orientierung (wiederum mit Hilfe der überfreundlichen Japaner) sind wir dann auch schon zum Hostel aufgebrochen. An dieser Stelle sei vermerkt: Das Hostel "K´s Hostel" gehört nunmehr zu den besten hostels in denen ich gewesen bin. Neben extrem freundlichem Personal, modernen und schöner Ausstattung, Couchen, angenzendem Caffe/Bar, schön möblierten Zimmern, fairer Preis (ca. 20 Euro/Nacht) bietet dieses Hostel alles und mehr, als man braucht! Neben der Rezeption hängen die besten Plätze Kyotos aus und wie man dort hin kommt, auch bei Fragen steht die Rezeption bis 11pm zur Seite.
Obwohl check-in erst ab 3pm ist, konnten wir uns dennoch duschen und unser gepäck sicher verstauen. Danach ging es auf zur Tempel besichtigung rund um Kyoto. Die Tempel an sich waren schon schön, jedoch das Herbstwetter und die Farben der Bäume machten die Besichtigungen wirklich zum Erlebnis.

Neben einem großen Buddhistischen Tempel stand auch die goldene Pagode am Programm. Diese war durch das schöne Wetter und die herbstlichen Farben noch prächtiger anzusehen als normal.
Am Abend ging es zum Kiyomizu-dera Tempel, der an diesem Tag speziell beleuchtet wurde. Dieser Tempel steht eigentlich mitten im Wald und beinhaltet auch eine schöne "Quelle", die großen Segen bringen sollte.
Der Abend wurde ausgeklungen mit einer Wanderung durch die "Altstadt" und die Teehäuser und einem Otonomiaki-Abendessen. Das ist eine Art Palatschinke mit allem möglichem Zeugs drinnen und einer süß-scharfen Sauce. Ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber ganz ok gewesen.
Am nächsten Tag sind wir zu einem Flohmarkt in einem Tempel gegangen. Dieser Markt findet nur 2 mal im Monat statt und daher haben wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Dicht gedrängt scharren sich nicht nur Touristen, sondern vielmehr einheimische um die unzähligen kleinen und großen Stände. Verkauft wird hier alles. Von Flöten, antiken Münzen, Haarnadeln, bis hin zu Kimonos, alten Stofffetzen, Essen,... wird hier alles angepriesen. Und in mittem dem Gewirr sieht man immer den Tempel und die Pagode. Hier kommt ein richtiges Flair auf, dass nur sehr schwer in Worte zu fassen ist.
Nach dem extensiven Shopping sind wir zurück zum Hostel, dass eine GRATIS Wanderung / Stadtführung durch den Geisha-Distrikt angeboten hat. Mit der U-Bahn sind wir also in das Viertel gefahren und haben uns von der Führerin etwas über die Geschichte und Kultur Kyotos erzählen lassen.
Erwähnenswert hierbei ist vielleicht das Klischee der Geisha. Diese "Künstlerinnen" sind keineswegs Prostetuierte. Schon nach der Hautpschule müssen sich zukünftige "Gaiko" (Geisha ist der verwestlichte Ausdruck) in eine Schule begeben. Sind sie mit dieser 5 Jährigen Ausbildung fertig, dürfen sie sich "Maiko" nennen. Maiko arbeiten in einem Teehaus für ihren "Arbeitgeber" der ihnen die Schule und Unterkunft finanziert hat, bis dieser sie in den Stand der "Gaiko" erhebt und sie dann (mehr oder weniger) selbstständig ist.
Aber genug davon - wer das aus erster Hand erfahren will, sollte am besten selber nach Kyoto fahren. Auf jeden fall ist es nicht so leicht eine Maiko vor die Kamera zu bringen, das sie das Haus nur verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zum Training gehen.
Im Laufe der Stadtführung haben wir auch noch andere Tempel und Schreine gezeigt bekommen und wie man angemessen an ihnen betet. Zum Schluss hin hat noch jeder eine Ansichtskarte bekommen und wir sind zum nächsten (und letzten) Schrein in Kyoto aufgebrochen.
Der Fushimi-Inari Schrein ist etwas ganz spezielles. Am Fuße des Berges ist ein kleiner Schrein/Tempel/Pagode aufgebaut und von dieser weg führt ein 4km langer Weg auf einen Berg hinauf. Dieser Weg ist beinahe durchgehend mit den roten Torbögen ausgeschmückt. Diese sind von einer Seite mit schwarzen Kanjis beschrieben und von der anderen Seite einfach nur rot. Bei Nacht ergibt dies ein unheimlich, aber aufregendes Ambiente. Nach gut einem Kilometer kommt man zu einem kleinen See und da es bereits spät war und wir schon recht viel gelaufen sind, haben wir umgedreht und die letzten Stunden im Hostel verbracht, bevor es wieder mit dem Nachtbus nach Tokyo ging.
Dort angekommen sind wir zum Fischmarkt gegangen, der leider schon am Schließen war. Nur ansatzweise kann man sich vorstellen wie geschäftig es hier in aller Früh zugegangen sein musste. Den Abschluss der Reise bildete eine wilde Shopping/Souvenier Tour durch Akihabara und Shibujia und die 1 1/2 Stündige Fahrt zurück zum Flughafen. Zurück in Busan angekommen haben wir den Airport-Bus um 5 min verpasst und mussten mit dem Taxi zum lokalen Busterminal fahren und den dortigen Bus zurück nach Pohang nehmen, wo wir dann auch um kurz nach Mitternacht angekommen sind.
Japan war eine außergewöhnliche und aufregende Reise und es war sicherlich nicht mein letzter Besuch dieses Landes!