Mittwoch, 28. Dezember 2011

DMZ

Am Christtag haben wir uns dann schlussendlich nach Nordkorea gewagt... Oder besser gesagt in die DMZ.

Die demilitarisierte Zone ist ein 4km langer Trennsbereich zwischen Nord- und Südkorea. Im Ramen der Tour, haben wir viel über die Entstehung der DMZ, den Koreakrieg und Nord-Südkoreanische Verhältnisse erzählt bekommen. Der erste Stop der Tour war der Grenzbereich zur "zivilen Zone". Hier konnte zum ersten Mal nach Nordkorea "gespäht" werden, wenn gleich auch nur die Berge zu sehen waren. Von dort aus ging es mit einem Bus durch die Militärkontrolle, die sich unsere Pässe angesehen und uns dann passieren haben lassen. Es ging zum dritten Tunnel. Nach der Errichtung der DMZ hat Nordkorea immer wieder versucht Südkorea einzunehmen. Dazu haben sie mehrere unterirdische Tunnel gegraben. Vermutlich gibt es an die 20 dieser Tunnel, bis jetzt wurden jedoch nur 4 gefunden.
Natürlich durften dort, wie fast überall in der DMZ, keine Fotos gemacht werden...
Der nächste Stop war dann das Observatorium. Dieses war noch am Vormittag geschlossen gewesen, da es aufgrund der Spannungen (und dem Tod vom "guten alten Kimi") zu gefährlich gewesen war.
Natürlich durfte auch hier nur bis zu einer Linie fotografiert werden, also ist das Foto von Nordkorea nicht sonderlich gut geworden. Tatasche ist jedoch, dass die Gebäude und Berge im Hintergrund Nordkorea sind und man (mit den Ferngläsern) die Nordkoreanischen Soldaten herumspazieren sieht.
Der nächste und letzte Stop war die nördlichste Eisenbahnstation von Südkorea. 
Von hier aus konnte man früher (oder war geplant) den Zug nach Nordkorea und nach Pyeongyang nehmen. Tatsächlich fährt der Zug auch ein kleines Stück nach Nordkorea hinein um ein paar wenige Arbeiter hineinzulassen, die gleich hinter der DMZ in einer Fabrik arbeiten. Auf die Frage hin, warum diese Menschen dort geduldet werden, wurde geantwortet, dass ca. 90% der dortigen Angestellten Nordkoreaner wären, die Fabrik aber von einer Südkoreanischen Firma gebaut wurde und von daher ein kleiner Teil (vermutlich Experten oder sowas) dort arbeiten dürfen...


Tja - nach diesem Stop ging es wieder zurück nach Seoul, wo wir uns noch mit anderen Leuten getroffen haben und etwas ausgegangen sind.
Fazit zur DMZ: Ein sehr faszinierendes Gebiet in Südkorea. Obwohl die Touren nicht unbedingt billig sind, sind sie es auf alle Fälle wert. Man kann die Spannung der beiden Länder nicht nur sehen, sondern wirklich spüren und erleben...!
Panmunjon, wäre schön gewesen noch gesehen zu haben, doch diese Tour war einfach zu teuer. Sollte aber auf jeden Fall zur DMZ mitgebucht werden!

Dienstag, 27. Dezember 2011

Christmas in Seoul

Nachdem nun alle Prüfungen erledigt sind, bei der POSTECH ausgecheckt und in Seoul ein Hostel für die letzten Tage in Korea gebucht wurde, sind wir zuletzt in die Hauptstadt Südkoreas gefahren.
 Hier haben wir uns für die nächsten paar Tage, die zugleich auch meine letzten in Korea sein werden, in ein kleines, aber feines Hostel im Hongdae Bezirk eingemietet. Hongdae ist das Uni-Viertel in Seoul und daher häufen sich hier auch die Fortgeh-Lokale, Pubs und Clubs.
Aber da der erste Tag in Seoul ja spannend sein sollte, sind wir am Abend des 23. Dez. gleich mal fortgegangen.
Die war natürlich nicht sonderlich klug, da fortgehen in Seoul wesentlich mit einer Sache verbunden ist - einem Kater am nächsten Morgen. So geschehen, sind wir am Weihnachtsmorgen ordentlich verkatert aufgewacht und haben uns dann mit anderen "Nachkömmlingen" aus Pohang getroffen um am Nachmittag Seoul zu erkunden. Neben Itewon, wo ich auf ein Österreichisches Lokal gestoßen bin, das von einem Salzburger geführt wird, sind wir auch shoppen nach Insa-dong gefahren und haben uns auch das Parlament und den Han-River angesehen.


Am Abend haben wir uns den künstlichen Fluss durch Seoul angesehen und sind neben der City Hall am Seoul Plaza Eisgelaufen. Danach haben wir uns mit weiteren "Nachkömmlingen" getroffen und in einem Pub mit Champagner und Entenleber-Aufstrich - Broten aus Frankreich angestoßen, die einer der Franzosen mitgenommen hat.

Die restlichen beiden Tage wurden mit DMZ (anderer Blog-Eintrag) und der Besichtigung des N-Seoul Towers verbracht. Der N-Seoul Tower ist besonders zur Abenddämmerung wirklich schön zum anschauen!


Nach dem Seoul Tower ging es noch in eine Jimjilbang zum relaxen, bevor es nach einem kurzen Schlaf (3h) zum Flughafen Richtung Australien ging.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Abschied von Pohang

Nachdem nun auch letzte der drei Prüfungen geschrieben wurde, konnte endlich wieder aufgeatmet und gelebt werden. Daher ging es sogleich mit den anderen zu einer "Farewell-Party" in das Campus-nahe pub, wo wir uns alle auf den Wänden verewigt haben, bevor es weiter richtung Downtown ging. Dort wurde weiter in die frühen Morgenstunden gefeiert, bis wir früh morgens zurück zur Uni gefahren sind. Hier habe ich meine letzte "Nacht" in Pohang verbracht und nach einem kurzen Schlaf hieß es Packen, zusammenräumen und Auschecken.
Nachdem das Packen erstaunlicherweise ziemlich reibungslos über die Bühne gelaufen ist (vieles ist im Müll gelandet, bzw. an die anderen "verschenkt" worden) ging die "Verabschiederei" los.
Am frühen Abend ging es dann mit dem Bus nach Seoul, wo wir nach der 5h Busfahrt gleich im Hostel eingecket haben und etwas ausgegangen sind, bevor es wieder zurück ins Bett ging.

Das Abenteuer Pohang ist nun vorbei -> jetzt beginnt Seoul und in ein paar Tagen geht es dann auf nach Australien!

Sonntag, 18. Dezember 2011

Busan

Nachdem nun 2 von 3 finals bereits (positiv?) absolviert wurden, update ich den blog mal wieder, um dem ständigen Lernen zu entkommen...
Vor 2 wochen habe ich also am Sonntag einen Abstecher nach Busan gemacht. Mit Chaysie, Christina und Reza ist es gegen Mittag (früher ging nicht, da am vorabend fortgegangen wurde) mit dem Bus nach Busan gegangen. 
 Nachdem wir uns mit dort mit der Metro vertraut gemacht haben, ist es zum Busan Tower gegangen. Rund um diesen ist ein kleiner aber feiner Park, wo mehrere Statuen und Figuren von Drachen, Herrschern, Eroberern und was weiß ich zu finden sind. Nach einer netten Foto-session vor und um den Tower und einer Besichtigung eines Modelschiff-Museums ging es dann auch auf den Tower hinauf. Auf 118m Höhe hat man dann eine schöne Aussicht über fast ganz Busan und den Hafen.

Im Tower und rund um diesen sind auch sehr viele Fotos von Busan und dessen "Entwicklung". Kaum zu glauben, dass hier in Südkoreas zweitgrößter Stadt vor ca. 50 Jahren nur Wald und Wiese war. (und natürlich das Meer...)
Nach dieser super Aussicht ist es dann ins Museum für internationale Musik (oder so ähnlich) gegangen. Hier sind alle möglichen Musikinstrumente ausgestellt, und im zweiten stock durfte man sogar mit einigen von ihnen (hauptsächlich Trommeln und so) spielen. Hier kam es zu einer lustigen "Jam-Session" zwischen uns und ein paar anderen Besuchern. 
Nach diesem Besuch war die Dämmerung bereits hereingebrochen und wir sind mittels Metro zum Haeundae - Beach gefahren. Diese Metro-fahrt hat allerdings länger gedauert als erwartet, weshalb uns statt des ertwarteten Sonnenuntergangs "nur" der grandios beleuchtete Strand und der Vollmond erwartet hatten. Also sind wir am Strand entlang geschlendert und haben einige Zeit mit Fotos machen verbracht. (Vor allem, weil ich für meine Fotos so lange gebraucht habe^^)


Naja - nachdem wir (fast) alle am Vorabend fort waren und relativ wenig Schlaf hatten, sind wir nach einem sehr guten Abendessen (Gamtschatang: würzige "Suppe" mit Gemüse, Kartoffeln und schweinefleisch) auch wieder zurück zur Busstation, wo wir 1 1/2 stunden auf den nächsten Bus zurück nach Pohang warten durften.
Leider war es bereits zu spät (hatte von den anderen keiner Lust) um das Aquarium aufzusuchen und dort die Haie und Co zu bewundern.
Daher bin ich am nächsten Samstag selbst dort hingefahren und habe mir die Haie angesehen. Doch Haie durch eine Glaswand anzuschauen ist doch langweilig habe ich mir gedacht - und habe einen Hai-Tauchgang gebucht. Nach einem Briefing, etlichen Unterschriften auf Verzichtserklährungen, wo beunruhigenderweise viel zu oft das Wort "Tod" vorkam, einem "Training" für die drei anderen (nicht-Taucher) die ebenfalls dabei waren, ging es dann in das 3-5m tiefe Haibecken. Schon im Vorfeld wurde uns gesagt auf welche Tiere wir hier treffen werden und dass die Haie eigentlich nicht größte Gefahr darstellen, sondern die drei überdimensionalen
"Rießenzackenbarsche", die jeder mindestens so groß war, wie ein Hai und teilweise kleine Haie fraßen...
"Pauly" hier in diesem Bild links war der absolute Herrscher dieses Beckens und kam deshalb auch gleich mal zu unserer Gruppe um die "Eindringlinge" zu inspizieren. Wir sind eine Runde durch das Becken gegangen und dabei nicht nur den Rießenzackenbarschen ziemlich nahe gekommen, sondern auch die Haie (hauptsächlich Sandtiegerhaie) sind auf Tuchfühlung gegangen. 


Nach knappen 30 minuten war dieses Erlebnis auch schon vorbei und während die anderen Teilnehmer noch froh waren, dass sie nicht zum Hai-Futter wurden, war mir diese halbe Stunde viel zu kurz vorgekommen.
Nichts desto trotz war es ein sehr nettes Erlebnis mal so nahe an Haie heranzukommen (in der Wildnis sind die meist nur auf große Entfernung zu sehen).
Nach dem Debriefing haben wir uns noch die auf dem Grund gefundenen Haizähne aufgeteilt und uns das restliche, wenn auch nicht mehr soo spannende Aquarium angeschaut.

Nachdem es nun zurück in Pohang ist, heist es weiterlernen für die letzte Prüfung, damit es dann über Weihnachten nach Seoul und anschließend nach Australien gehen kann.

Montag, 28. November 2011

Temple Stay

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen des freien Geistes.
Daher haben wir uns Samstag morgens nach Busan zum buddhistischen Tempel Beomosa begeben. Hier haben wir unsere "weltlichen" Dinge abgelegt und uns außerordentlich bequemes Tempel-Gewand angezogen. Nach einer kurzen Einweisung in die Regeln des Tempels und der Lebensweise der buddhistischen Mönche ging es bereits in den Schrein, wo wir gemeinsam das adequate Beten (und vor allem Verbeugen - die stehen total aufs "auf die Knie fallen und wieder aufstehn") geübt bevor es dann mit einer Anfangszeremonie begonnen hat. (in der wiederum verbeugt und hingekiet wurde) Danach haben wir mit einem der Mönche Tee getrunken und uns eine seiner Geschichten angehört. (natürlich alles auf koreanisch - die Englisch-Fertigkeiten der Mönche sind nicht besonders ausgeprägt) Nach dieser überaus "informativen" halben Stunde haben wir unser Abendessen zu uns genommen. Dabei gibt es natürlich auch strenge Regeln: in genauer Reihenfolge wird das Essgeschirr vor einem ausgebreitet, gewaschen, mit Essen befüllt (Reis, Suppe und etwas Gemüse-Beilagen), danach wieder mal verbeugen und dann in totaler Stille essen, auswaschen, das Waschwasser trinken, Geschirr abtrocknen, und nach einer weiteren Verbeugung ist das ganze auch wieder vorbei. Dass das Essen dabei nicht sonderlich gourmet - geeignet war, muss glaube ich nicht betont werden... ;)
Danach ging es wider in den Schrein, wo wir einer Zeremonie beiwohnten, in welcher wiederum ziemlich viel verbeugt und gekiet wurde. Obwohl man als nicht-koreanisch sprechender Mensch kein Wort von dem ganzen versteht, haben die Mönche eine doch recht angenehm anzuhörende Stimme.
Nach dieser Zeremonie ging es in einen anderen Raum, wo wir die "108 bows" gemacht haben... Stimmt - ganze 108 verbeugungen und auf die Knie fallen hintereinander. und jedesmal wurde eine holzperle auf einen Faden gefädelt, bis eine lange Kette zusammen war, die wir dann behalten durften (und uns immer an die schmerzhaften verbeugungen erinnern können). Da es dann auch schon sagenhafte 9 Uhr am abend war, ging es in die Schlafkammer, in der wir ganze 6! Stunden bis 3 Uhr in der Früh schlafen durften.
Von trommelnden Mönchen aufgeweckt ging es nach einer "Trommelshow" in den Schrein, wo nochmals eine Zeremonie stattfand. Anschließend hieß es etwas mehr als eine Stunde meditieren. Dazu kam ein Mönch der uns mit Dehnübungen und sehr hilfreichen Erklährungen (auf koreanisch!) das Meditieren und vor allem das lange mit gekreuzten Beinen sitzen das Meditieren erleichterte.

Nach einer dennoch sehr schmerzhaften Meditationszeit hat es wiederum Frühstück gegeben und (siehe da - es war schon fast 7 Uhr morgens) wir haben uns zu einer Wanderung bereitgemacht. Mit dem Sonnenaufgang im Rücken sind wir vom Tempel aufgebrochen um den höchsten Berg dieser Region zu erklimmen, wo ein Mönch mal einen Schrein angelegt hat und man ein "heiliges Naturmonument" oder so sehen konnte. Also sind wir den steinigen Weg richtung Gipfel hinaufgegangen und haben den Tempel verlassen. Mit dem Mönch an der Spitze sind wir langsam aber stetig vorangekommen. Erstaunlicherweise waren auf diesem Weg nur sehr wenige Stufen, und man konnte das Ganze wirklich als Bergsteigen bezeichnen. 

Nach einer guten dreiviertel Stunde konnten wir dann auch schon unser Ziel, den 810.5 m hohen Berggipfel erkennen. Die Sonne hatte sich mittlerweile auch schon gezeigt und wenn es nicht so windig gewesen wäre, wäre es sicherlich ein sehr warmer Tag gewesen.
Auf dem weiteren Weg nach oben unterhielt sich der Mönch mit den anderen Personen, die koreanisch konnten und ebenso mit unserem koreanischen Begleiter. Wir fanden auch eine wilde Kazte, die sogleich vom Mönch gefüttert wurde. Der restliche Aufstieg (der zum Schluss hin sogar zu einer Kletterpartie wurde) verging in Stille und am Gipfel angekommen konnten wir bei Sonnenschein eine wunderschöne Aussicht genießen!




Während des Abstiegs sind wir auch an einer art heiligem Monument vorbeigekommen.
An dieser Felsformation sollte angeblich einmal ein Gott in Fischform vorbeigekommen sein und diesen Krater mit Wasser gefüllt haben. Seit dieser Zeit soll dieses Becken nie trocken gelaufen sein. 
Natürlich haben wir es uns nicht genommen auf diesen Stein zu klettern und Fotos en-masse zu schießen - und das nicht nur, weil das Wasser so schön reflektiert hat. 
Nach dem weiteren Abstieg sind wir um 11 Uhr wieder im Tempel angekommen, wo wir uns bei einer Abschiedszeremonie nochmal verbeugen durften und uns danach wieder unsere eigene Kleidung anzogen. Noch schnell ein Gruppenfoto gemacht und dann war es auch schon wieder vorbei und wir sind - nach einem ORDENTLICHEN essen in einem Restaurant in der Nähe wieder zurück nach Pohang gefahren.

Mittwoch, 23. November 2011

Japan: von Tokyo nach Kyoto und zurück

Nachdem ich schon so lange nichts mehr geschrieben habe, jetzt mal wieder news von der anderen Seite der Welt...
Die Midterms sind alle vorbei, und daher haben wir uns eine Woche Urlaub gegönnt... Daher sind wir Donnerstags bereits in aller früh mit dem Bus nach Busan zum Flughafen gefahren um von dort aus unsere 6-tägige Japan-Reise anzutreten.
Nach knappen 2 h setzte unsere Maschine auf Japanischem Boden auf und wir waren in Tokyo - Narrita Airport angekommen. Um nun noch in die Stadt und zu unserem Hostel zu gelangen, mussten wir lediglich die komplizierte U-Bahn verstehen und den richtigen zug nehmen... Da die Japaner jedoch wirklich zu den freundlichsten Menschen gehören, helfen sie dir schon, wenn du nur irgendwie verwirrt drein schaust...
So sind wir also durch mehrmaliges Fragen (auch wenn die oft kein Englisch können) endlich im richtigen Zug der uns in 1 1/2 stunden in die Innenstadt zu unserem Hostel bringt. Dieses ist gleich im ältesten Viertel Japans gelegen - im Asakusa. Hier befindet sich auch gleich der älteste Tempel Tokyos, den wir am frühen Abend besichtigt haben.

Nach diesem kulturellem Erlebnis sind wir in die Innenstadt zur berühmten Shibujia - Kreuzung gefahren. Hier überqueren jede ca. Minute mehrere Hundert Menschen die Straße in allen erdenklichen Richtungen... Den besten Blick hat man hier vom zweiten Stock im Starbucks Caffe, das gleich an der Kreuzung liegt. Nach einer kleinen Besichtigung der Läden hier ging es dann auch schon weiter zum Tokyo-Tower um diesen zu besichtigen und ggf. raufzufahren. Da wir jedoch 5min zu spät dran waren um an den höchsten Punkt zu fahren, gingen wir (mehr oder weniger traurig, aber mit 15 Euro mehr in der Tasche) richtung Ropongi-Hills.

 Dieses Viertel, auf einem Hügel gelegen, ist als "Ausgeh-Viertel" bekannt und besitzt neben einigen (ziemlich teuren) Lokalen auch recht hohe Gebäude, auf die man (für weniger als 15 Euro) hinauffahren kann. Dort konnten wir Tokyo von oben bestaunen und schöne Bilder machen, auf denen sogar der Tokyo Tower zu sehen ist. Dieser ist übrigens nur Nachts so schön - am Tag ist er in grässlichem Rot-Weis gehalten. Da die letzte U-Bahn schon um Mitternacht fährt haben wir uns beeilt um rechtzeitig wieder zurück zum Hostel zu kommen und den Tag ausklingen zu lassen. 

Am zweiten Tag ging es ins Geschäftszentrum von Tokyo wo auch der imperial palace steht. 
Obwohl dieser nicht zugänglich ist, ist die Gegend rund um den Palast wunderschön anzusehen.
Weiter ging es zur Akihabara - dem Elektronik-Viertel von Japan. Hier werden auf kleinen, sowie großen Straßen alle möglichen Elektronik Geräte von A bis Z, von nagelneu (und noch nicht auf dem markt) bis gebraucht und kaputt angepriesen und verkauft. Auch Sex-Shops und Manga Läden lassen sich in diesem Viertel finden. Wer jedoch denkt das Zeug (also das Elektronik-Zeugs) ist in Japan so billig, der hat sich ordentlich getäuscht... Zum Teil ist es sogar noch teurer als in Europa.

Nachdem dies beinahe den ganzen Nachmittag gekostet hat, sind wir danach mit einem speziellen Zug auf die andere Seite Tokyos gefahren um uns die Skyline und den Sonnenuntergang anzusehen.
Neben der Rainbow-Bridge, dem Tokyo-Tower und Teilen des Hafens war auch eine Abbildung der Freiheitsstatue zu sehen. Nach Einbruch der Dunkelheit waren diese auch wirklich schön beleuchet und gaben erstklassige Foto-Motive ab.
Die Motivation, an diesem Abend Party in Shibujia und dessen Umgebung zu machen wurde leider gebrochen, da dort gegen Mitternacht alles zugemacht hat und wir wieder mit der letzten Bahn zum Hostel fahren mussten.
Der vierte Tag in Tokyo war wirklich extrem. Bereits in der Früh hat es leicht geregnet, und dieser Regen hat sich zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt. Zu Mittag / früher Nachmittag sind einem die Regentropfen beinahe horizontal entgegen gekommen.

Daher wurde dieser Tag genutzt um zu Mittag Fugu zu probieren. Diese höllisch (teure) Speise gehört natürlich unbedingt auf den Plan, wenn man in Japan ist. Einem Restaurant im Asakusa Virtel habe ich dann auch mein Leben anvertraut und diese Delikatesse zu mir genommen. Von Fugu-Haut, über Sashimi (den rohen dünnen Scheiben) bis zu gekochtem Fugu hat es hier alles gegeben. Diese Erfahrung war grandios und sollte ich einmal im Geld schwimmen, wird es dieses Gericht sicherlich öfter auf meinen Speiseplan schaffen...
Der restliche verregnete Tag wurde dann mit Shopping verbracht, um dem Regen und Wind zu entgehen. Am Abend ging es noch in ein öffentliches Badehaus und gegen 11pm dann mit dem Nachtbus nach Kyoto.

Nach einer ziemlich kurzen und unangenehmen nacht im Bus sind wir gegen halb 7 in der Früh in Kyoto angekommen.  Kyoto - ehemalige Hauptstadt Tokyos und kulturelle Hochburg von Japan. Diese doch ziemlich überschaubare Stadt bildet den absoluten Gegenpol zu Tokyo.
Nach einer kurzen Orientierung (wiederum mit Hilfe der überfreundlichen Japaner) sind wir dann auch schon zum Hostel aufgebrochen. An dieser Stelle sei vermerkt: Das Hostel "K´s Hostel" gehört nunmehr zu den besten hostels in denen ich gewesen bin. Neben extrem freundlichem Personal, modernen und schöner Ausstattung, Couchen, angenzendem Caffe/Bar, schön möblierten Zimmern, fairer Preis (ca. 20 Euro/Nacht) bietet dieses Hostel alles und mehr, als man braucht! Neben der Rezeption hängen die besten Plätze Kyotos aus und wie man dort hin kommt, auch bei Fragen steht die Rezeption bis 11pm zur Seite.
Obwohl check-in erst ab 3pm ist, konnten wir uns dennoch duschen und unser gepäck sicher verstauen. Danach ging es auf zur Tempel besichtigung rund um Kyoto. Die Tempel an sich waren schon schön, jedoch das Herbstwetter und die Farben der Bäume machten die Besichtigungen wirklich zum Erlebnis. 
Neben einem großen Buddhistischen Tempel stand auch die goldene Pagode am Programm. Diese war durch das schöne Wetter und die herbstlichen Farben noch prächtiger anzusehen als normal. 

Am Abend ging es zum Kiyomizu-dera Tempel, der an diesem Tag speziell beleuchtet wurde. Dieser Tempel steht eigentlich mitten im Wald und beinhaltet auch eine schöne "Quelle", die großen Segen bringen sollte.
Der Abend wurde ausgeklungen mit einer Wanderung durch die "Altstadt" und die Teehäuser und einem Otonomiaki-Abendessen. Das ist eine Art Palatschinke mit allem möglichem Zeugs drinnen und einer süß-scharfen Sauce. Ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber ganz ok gewesen.
Am nächsten Tag sind wir zu einem Flohmarkt in einem Tempel gegangen. Dieser Markt findet nur 2 mal im Monat statt und daher haben wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Dicht gedrängt scharren sich nicht nur Touristen, sondern vielmehr einheimische um die unzähligen kleinen und großen Stände. Verkauft wird hier alles. Von Flöten, antiken Münzen, Haarnadeln, bis hin zu Kimonos, alten Stofffetzen, Essen,... wird hier alles angepriesen. Und in mittem dem Gewirr sieht man immer den Tempel und die Pagode. Hier kommt ein richtiges Flair auf, dass nur sehr schwer in Worte zu fassen ist.
Nach dem extensiven Shopping sind wir zurück zum Hostel, dass eine GRATIS Wanderung / Stadtführung durch den Geisha-Distrikt angeboten hat. Mit der U-Bahn sind wir also in das Viertel gefahren und haben uns von der Führerin etwas über die Geschichte und Kultur Kyotos erzählen lassen.

Erwähnenswert hierbei ist vielleicht das Klischee der Geisha. Diese "Künstlerinnen" sind keineswegs Prostetuierte. Schon nach der Hautpschule müssen sich zukünftige "Gaiko" (Geisha ist der verwestlichte Ausdruck) in eine Schule begeben. Sind sie mit dieser 5 Jährigen Ausbildung fertig, dürfen sie sich "Maiko" nennen. Maiko arbeiten in einem Teehaus für ihren "Arbeitgeber" der ihnen die Schule und Unterkunft finanziert hat, bis dieser sie in den Stand der "Gaiko" erhebt und sie dann (mehr oder weniger) selbstständig ist.
Aber genug davon - wer das aus erster Hand erfahren will, sollte am besten selber nach Kyoto fahren. Auf jeden fall ist es nicht so leicht eine Maiko vor die Kamera zu bringen, das sie das Haus nur verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zum Training gehen. 
Im Laufe der Stadtführung haben wir auch noch andere Tempel und Schreine gezeigt bekommen und wie man angemessen an ihnen betet. Zum Schluss hin hat noch jeder eine Ansichtskarte bekommen und wir sind zum nächsten (und letzten) Schrein in Kyoto aufgebrochen.

Der Fushimi-Inari Schrein ist etwas ganz spezielles. Am Fuße des Berges ist ein kleiner Schrein/Tempel/Pagode aufgebaut und von dieser weg führt ein 4km langer Weg auf einen Berg hinauf. Dieser Weg ist beinahe durchgehend mit den roten Torbögen ausgeschmückt. Diese sind von einer Seite mit schwarzen Kanjis beschrieben und von der anderen Seite einfach nur rot. Bei Nacht ergibt dies ein unheimlich, aber aufregendes Ambiente. Nach gut einem Kilometer kommt man zu einem kleinen See und da es bereits spät war und wir schon recht viel gelaufen sind, haben wir umgedreht und die letzten Stunden im Hostel verbracht, bevor es wieder mit dem Nachtbus nach Tokyo ging.

Dort angekommen sind wir zum Fischmarkt gegangen, der leider schon am Schließen war. Nur ansatzweise kann man sich vorstellen wie geschäftig es hier in aller Früh zugegangen sein musste. Den Abschluss der Reise bildete eine wilde Shopping/Souvenier Tour durch Akihabara und Shibujia und die 1 1/2 Stündige Fahrt zurück zum Flughafen. Zurück in Busan angekommen haben wir den Airport-Bus um 5 min verpasst und mussten mit dem Taxi zum lokalen Busterminal fahren und den dortigen Bus zurück nach Pohang nehmen, wo wir dann auch um kurz nach Mitternacht angekommen sind.

Japan war eine außergewöhnliche und aufregende Reise und es war sicherlich nicht mein letzter Besuch dieses Landes!

Dienstag, 11. Oktober 2011

Hawoe Village & Andong Mask Festival

Vorigen Samstag ist es bereits um 9:30 am vormittag mit dem Bus in eines der ältesten Dörfer Südkoreas gegangen. Nach etwas mehr als 2 Stunden sind wir dort auch angekommen.
Nach einem sehr guten Mittagessen (eine Spezialität dieser Region - getrockneter und danach gegrillter Fisch) haben wir uns dieses über 800 Jahre alte Dorf angesehen. Neben den alten Gebäuden waren die goldgelben, endlos weiten Reisfelder ein totaler Blickfang. Und da der Herbst bereits Einzug hält beginnen sich die Blätter auch schon langsam orange zu färben, was zu schönen Farbkombinationen führt.
Hawoe ist außerdem berühmt für die Holzfiguren und -gesichter, die dort überall ausgestellt sind.




Nach knapp einer Stunde in Hawoe sind wir auch schon weiter mit dem Bus in Richtung Andong. Dort fand das sogenannte Mask-festival statt. Wer sich jedoch traditionelle Masken und Tänze vorstellt hat sich getäuscht... Im prinzip war es ein Rummelplatz/Kirchtag. Auf einem offenen Gelände tummelten sich diverse Marktstände, es gab ein paar kleine Bühnen wo diverse Sachen aufgeführt wurde, aber das war es auch schon. An manchen Marktständen konnte man sich eine eigene Maske machen - sprich man konnte eine Weiße kaufen und diese dort bemalen ;)
Zusätzlich ist Andong auch berühmt für seinen Soju. Dieser hat nämlich - im Gegensatz zum "normalen", 20%igen Soju, 45% und ist sogar geniesbar... ;)


Auf wenigen Ständen war es auch möglich sich "traditionelle" Kostüme anzuziehen und sich damit fotografieren zu lassen... Na das muss man mit nicht zweimal sagen - und so bin ich mit Sue (der Redakteurin der Postech Times - jaa die Postech hat ihre Zeitung) für eine Pose in ein "Königsgewand" gestiegen. Aber ob es nun wirklich ein Königsgewand war, oder einfach nur das einzige war, in das ich reingepasst habe, ist eine andere Frage.
Nach knapp 2h auf dem Festival ist es dann auch schon wieder Richtung "Heimat" gegangen, wo wir den Abend noch in der Innenstadt in diversen Lokalen bis in die Morgenstunden ausklingen haben lassen.