Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen des freien Geistes.
Daher haben wir uns Samstag morgens nach Busan zum buddhistischen Tempel Beomosa begeben. Hier haben wir unsere "weltlichen" Dinge abgelegt und uns außerordentlich bequemes Tempel-Gewand angezogen. Nach einer kurzen Einweisung in die Regeln des Tempels und der Lebensweise der buddhistischen Mönche ging es bereits in den Schrein, wo wir gemeinsam das adequate Beten (und vor allem Verbeugen - die stehen total aufs "auf die Knie fallen und wieder aufstehn") geübt bevor es dann mit einer Anfangszeremonie begonnen hat. (in der wiederum verbeugt und hingekiet wurde) Danach haben wir mit einem der Mönche Tee getrunken und uns eine seiner Geschichten angehört. (natürlich alles auf koreanisch - die Englisch-Fertigkeiten der Mönche sind nicht besonders ausgeprägt) Nach dieser überaus "informativen" halben Stunde haben wir unser Abendessen zu uns genommen. Dabei gibt es natürlich auch strenge Regeln: in genauer Reihenfolge wird das Essgeschirr vor einem ausgebreitet, gewaschen, mit Essen befüllt (Reis, Suppe und etwas Gemüse-Beilagen), danach wieder mal verbeugen und dann in totaler Stille essen, auswaschen, das Waschwasser trinken, Geschirr abtrocknen, und nach einer weiteren Verbeugung ist das ganze auch wieder vorbei. Dass das Essen dabei nicht sonderlich gourmet - geeignet war, muss glaube ich nicht betont werden... ;)
Danach ging es wider in den Schrein, wo wir einer Zeremonie beiwohnten, in welcher wiederum ziemlich viel verbeugt und gekiet wurde. Obwohl man als nicht-koreanisch sprechender Mensch kein Wort von dem ganzen versteht, haben die Mönche eine doch recht angenehm anzuhörende Stimme.
Nach dieser Zeremonie ging es in einen anderen Raum, wo wir die "108 bows" gemacht haben... Stimmt - ganze 108 verbeugungen und auf die Knie fallen hintereinander. und jedesmal wurde eine holzperle auf einen Faden gefädelt, bis eine lange Kette zusammen war, die wir dann behalten durften (und uns immer an die schmerzhaften verbeugungen erinnern können). Da es dann auch schon sagenhafte 9 Uhr am abend war, ging es in die Schlafkammer, in der wir ganze 6! Stunden bis 3 Uhr in der Früh schlafen durften.
Von trommelnden Mönchen aufgeweckt ging es nach einer "Trommelshow" in den Schrein, wo nochmals eine Zeremonie stattfand. Anschließend hieß es etwas mehr als eine Stunde meditieren. Dazu kam ein Mönch der uns mit Dehnübungen und sehr hilfreichen Erklährungen (auf koreanisch!) das Meditieren und vor allem das lange mit gekreuzten Beinen sitzen das Meditieren erleichterte.
Nach einer dennoch sehr schmerzhaften Meditationszeit hat es wiederum Frühstück gegeben und (siehe da - es war schon fast 7 Uhr morgens) wir haben uns zu einer Wanderung bereitgemacht. Mit dem Sonnenaufgang im Rücken sind wir vom Tempel aufgebrochen um den höchsten Berg dieser Region zu erklimmen, wo ein Mönch mal einen Schrein angelegt hat und man ein "heiliges Naturmonument" oder so sehen konnte. Also sind wir den steinigen Weg richtung Gipfel hinaufgegangen und haben den Tempel verlassen. Mit dem Mönch an der Spitze sind wir langsam aber stetig vorangekommen. Erstaunlicherweise waren auf diesem Weg nur sehr wenige Stufen, und man konnte das Ganze wirklich als Bergsteigen bezeichnen.
Nach einer guten dreiviertel Stunde konnten wir dann auch schon unser Ziel, den 810.5 m hohen Berggipfel erkennen. Die Sonne hatte sich mittlerweile auch schon gezeigt und wenn es nicht so windig gewesen wäre, wäre es sicherlich ein sehr warmer Tag gewesen.
Auf dem weiteren Weg nach oben unterhielt sich der Mönch mit den anderen Personen, die koreanisch konnten und ebenso mit unserem koreanischen Begleiter. Wir fanden auch eine wilde Kazte, die sogleich vom Mönch gefüttert wurde. Der restliche Aufstieg (der zum Schluss hin sogar zu einer Kletterpartie wurde) verging in Stille und am Gipfel angekommen konnten wir bei Sonnenschein eine wunderschöne Aussicht genießen!
Während des Abstiegs sind wir auch an einer art heiligem Monument vorbeigekommen.
An dieser Felsformation sollte angeblich einmal ein Gott in Fischform vorbeigekommen sein und diesen Krater mit Wasser gefüllt haben. Seit dieser Zeit soll dieses Becken nie trocken gelaufen sein.
Natürlich haben wir es uns nicht genommen auf diesen Stein zu klettern und Fotos en-masse zu schießen - und das nicht nur, weil das Wasser so schön reflektiert hat.
Nach dem weiteren Abstieg sind wir um 11 Uhr wieder im Tempel angekommen, wo wir uns bei einer Abschiedszeremonie nochmal verbeugen durften und uns danach wieder unsere eigene Kleidung anzogen. Noch schnell ein Gruppenfoto gemacht und dann war es auch schon wieder vorbei und wir sind - nach einem ORDENTLICHEN essen in einem Restaurant in der Nähe wieder zurück nach Pohang gefahren.








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