Hallo wieder mal von mir...
Da es in letzter Zeit eigentlich nicht viel neues zu berichten gibt, hab ich mir gedacht, nutze ich die Zeit und Gelegenheit um Euch mal was über die Postech zu schreiben, wo ich hier untergebracht bin und wo und mit wem ich mich (zumindest jetzt noch) die meiste Zeit rumtreibe... Also - frisch ans Schaffen...
POSTECH - tja... was soll ich dazu jetzt sagen. Gebt einfach bei google das wort ein und ihr werdets schon sehen wo die ist und so weiter. Im Moment läuft grad die letzte Ferienwoche, was soviel heist wie jeder der nicht da sein MUSS, ist auf Urlaub oder sonstwo - nur nicht hier. Sogar sehr viele buddies sind nachdem sie uns abgeholt haben wieder verschwunden. (nicht jedoch ohne uns vorher den Campus und so etwas zu zeigen) Der Campus ist echt rießen-groß! - kA wo der Anfängt oder Aufhört - aber zu Fuß haben wirs bis jetzt noch an keines der Enden geschafft... Zwischen Bäumen, Grünflächen, kleinen Tümplen sind hin und wieder mal Straßen, rießige Kreuzungen und Hoch/Wohnhäuser, hier und da ist ein Supermarkt - man kommt sich echt vor wie in einer eigenen Stadt - nur dass das halt alles noch Campus ist... echt merkwürdig...
Die Unigebäude sind auch recht zweigeteilt... Es gibt moderne, eigentlich echt gut ausschauende Gebäude, wie die Bibliothek, das Biotech-Center oder das Posco-Gebäude, auf der anderen Seite sieht man Backsteinhäuser oder so ähnliches wie das alte Chemiegebäude der TU-Graz...
ESSEN - hoch! Das schöne gute Essen... ;) - es ist total merkwürdig... also auf der uni gibt es ca. 4-5 plätze wo man was essen kann. Die beiden Restaurants sind verhältnismäßig teuer (ca. wie bei uns) weswegen wir dort auch noch nicht waren. Die sogenannten "Food-Courts" hingegen sind Mensa-ähnlich und daher ziemlich preiswert. Obwohl wir dort schon ein paar mal essen waren, haben wir es eigentlich noch immer nicht rausbekommen wie das genau funktioniert. Meist gehen wir einfach zur Theke, zeigen auf etwas das gut aussieht und essen das dann auch. Und wie schmeckt? Also mein spruch dazu ist: "Die Pappn brennt, de Nosn rinnt - es passt!" Es ist wirklich teilweise sehr scharf gewürzt, und ohne es zu wollen beginnt die Nase echt voll zu rinnen. Dabei sei jedoch noch bemerkt, dass Nase putzen am Tisch ziemlich verpöhnt ist und GAR nicht gern gesehen wird... ;)
UNTERKUNFT - Wie bereits vorher bei der Beschreibung des Campus erwähnt, gibt es zwei Typen von Gebäuden. Neue, moderne und alte... Tja - zweimal dürft ihr raten zu welchem Typ unsere Unterkunft gehört. ;) - Bingo! - Ein schönes, mehrstöckiges... Backsteinhaus... ;) Das Heim mit der Nummer 16 - auch DICE, Dormitory for International and Cultural Exchange, genannt, hat soweit ich das mitbekommen habe 4 Stockwerke, wobei das letzte für Mädels reserviert ist. Jedes Stockwerk teilt sich ein Badezimmer mit 3 Toiletten, 3 Pissoirs (kA, obs die auch im 4. Stock gibt), ein paar Waschbecken und einer Gemeinschaftsdusche... Die Gemeinschaft soll hier angeblich wirklich im vordergrund stehen... ;)
Die Zimmer, allsamt Doppelzimmer, besitzen neben einem Zahlenschloss für die Tür (ziiieeemlich cool) halt ein eigentlich doch bequemes Bett, Kasten, Schreibtisch und einige haben auch einen kleinen Kühlschrank im Zimmer. Lan-Verbindungen gibts natürlich auch. ;)
Es gibt auch eine Gemeinschaftsküche, und eine Lounge mit Sofen und einem Fernseher mit internationalen Sendern... (Arabisch, Englisch, Japanisch, Chinesisch, Koreanisch)
NACHTLEBEN - Da die Uni noch nicht begonnen hat, sind folglich auch noch kaum Leute unterwegs. Auch im DICE ist noch ziemlich tote Hose - es finden sich wirklich nur dann und wann mal Leute zum quatschen. Zusammen mit Viktor, dem zweiten Grazer Studenten (Telematik) und Vincent, einem Franzosen (Computer Science) ziehe ich recht oft durch die "Gassen" und lande meist in der "Log Cabin" - diese kleine Holzhütte scheint der Mittelpunkt des Nachtlebens am Campus zu sein. Dort kann man neben Snacks und warmen Mahlzeiten auch recht "günstig" Bier kaufen und trinken. Mit wunderschöner koreanischer Popmusik im Hintergrund trinkt sich dieses auch um einiges leichter. Der Hit beim Bier ist die "praktische" 2.7 Liter Kanne, die umgerechnet ca. 6-7 Euro kostet. Abraten kann ich jedem nur von Koreas "Nationalgetränk" Soju... WÄÄÄH... mit knapp 20% hat es zwar etwas Alkoholgehalt, aber es schmeckt wirklich ekelhaft. Als ob man einfach nur Ethanol mit Wasser gemischt und abgefüllt hätte. Die Flasche (ca. ein Seidl) kostet zwar nur knappe 2 Euro - aber das ist es wirklich nur wert, wenn jemand ordentlich abgefüllt werden, oder sich übergeben sollte. - Sonst FINGER WEG!
zu guter Letzt noch etwas zum Thema EUROPÄER IN KOREA... Das man als Europäer hier angestarrt wird oder so wird einem zwar immer wieder gesagt, aber man glaubt es erst so richtig, wenn es einem selbst passiert. Als wir gestern im Lotte-Markt Einkaufen waren und zu Fuß mit unseren 6er Trägern Bier nach Hause gegangen sind, war anscheinend gerade Schule aus und es begegnen uns wirklich HUNDERTE von koreanischen Schüler-Innen - über 5 Minuten lang sind die in Uniform gekleideten Burschen und Mädls in einer Schlange an uns vorbeigegangen... und es hat einfach nicht aufgehört... Die schauen sich schon ohne Uniform alle so verdammt ähnlich, aber mit Uniform - das sieht aus wie eine Klon-Armee... Und da fragt man sich warum die Nord-Koreaner Angst haben und mit Krieg drohen... ;)
Aber um wieder aufs Thema zu kommen... Wir gehen also wirklich über 5 Minuten an diesen unzähligen Klonen vorbei und es war ein! tapferer Bursche, der sich getraut hat "Hello" zu sagen und danach schnell weitergegangen ist und mit seinen Kollegen über seine Heldentat zu prahlen. Ein Mädl war ebenfalls tapfer genug uns mit "Hello" (oder war es ein misslungenes "europäisches" "Hey Jo") zu begrüßen.
Gut - soweit mal der Stand der Dinge - wenn etwas Neues oder Aufregendes passiert werd ich Euch natürlich darüber informieren. Fotos vom Campus, den Gebäuden und der Unterkunft kommen noch - die muss ich erst machen... ;)
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